Clickertraining - was ist das genau?

Ein Clicker ist nichts anderes als ein Knackfrosch, ein Spielzeug aus Kindertagen. Über klassische Konditionierung lernt der Hund dieses vorher bedeutungslose Geräusch mit einer tollen Belohnung zu verbinden.

Am Anfang nimmt man am besten extrem hochwertige, kleine Leckerchen. Hat der Hund die Verknüpfung  hergestellt „Click heißt jetzt kommt ein Leckerchen“ ist er auf den Clicker konditioniert und man kann die erste kleine Übung in Angriff nehmen.

Zeigt der Hund ein Verhalten welches verstärkt werden soll drückt man den Clicker (wie den Auslöser einer Fotokamera um davon ein Bild zu machen) und gibt danach das Leckerchen. Ohne zu Locken, den Hund anzufassen oder ein Kommando zu geben.

Der Click sagt dem Hund „das was du grade machst ist richtig und dafür gibt es gleich eine Belohnung“. Der Hund wird nach einigen Clicks anfangen, das vorher zufällige Verhalten bewusst zu zeigen um sich das nächste Leckerchen zu verdienen (operante Konditionierung). Wichtig: nach JEDEM Click bekommt der Hund eine Belohnung!

Als einfache Anfangsübung eignen sich Dinge wie z.B. ein Plastikdeckel den man einfach auf den Boden legt und jedes Interesse des Hundes clickt  – sei es nur ein kurzer Blick oder ein kleiner Schritt in Richtung Deckel.

Hat der Hund verstanden und fängt nach einigen Clicks an bewusst auf den Deckel zu schauen oder geht sogar darauf zu, zögert man den nächsten Click etwas hinaus und wartet ob der Hund einen Schritt weiter geht. Ziel kann dabei sein, dass der Hund den Deckel mit der Nase oder der Pfote berührt.

Ein Signal (Kommando) für das Verhalten wird erst eingeführt wenn die Übung „fertig“ ist, d.h. geht der Hund jedes Mal  bewusst direkt zum Deckel und berührt ihn, kann man anfangen das gewünschte Signal zu geben. Hat der Hund dieses mit dem Verhalten verknüpft und berührt den Deckel sofort auf ihr Signal hin, ist die erste kleine Clickerübung erfolgreich abgeschlossen.

Beschränken sie die Trainingseinheiten am Anfang auf wenige Minuten und denken sie an Pausen damit ihr Hund nicht unkonzentriert wird.

Beim Clickertraining verzichtet man komplett auf Korrektur und Strafe, alleine das Ausbleiben der Belohnung verhindert das dauerhafte Zeigen von unerwünschtem Verhalten, vorrausgesetzt die Belohnung ist hochwertig genug. Dadurch sind Clickerhunde in der Regel hochmotiviert und konzentriert, sehr kreativ und freudig – ideale Vorraussetzungen um schnell und nachhaltig zu lernen.

Natürlich kann ich auch mein Lobwort genauso einsetzen wie den Clicker und Verhalten frei formen. Für den Hund ist der Click jedoch viel präziser weil emotionslos und immer gleich klingend. Zeigt der Hund ein erwünschtes Verhalten nur für den Bruchteil einer Sekunde ist es schon wieder vorbei bis der Mensch Luft geholt hat um sein Lobwort auszusprechen.

Probieren Sie es aus, mit etwas Geduld wird aus jedem Hund ein „Clickerhund“, egal welchen Alters oder welcher Rasse!